Einstieg in Slot.It

Letzte Aktualisierung:

Wie schon erwähnt, bieten die Fahrzeuge der italienischen Firma Slot.It im Masstab 1:32 viel hochwertige Technik zu einem vernünftigen Preis (ca. 40€-50€) und sind daher bei uns die perfekte Einsteiger-Serie für spannende Rennen!

Wie kann man diese Einstiegsmodelle für den Rennbetrieb optimieren? Bevor wir in das Thema einsteigen, beachtet bitte den Hinweis am Ende der Seite!

Nun ein paar Grundlagen:

Standard oder Offset – Getriebe ist doch völlig egal…?

Wie kann man verschiedene Übersetzungen verwenden, wenn weder Motor noch Achse verstellbar
sind? Die Ingenieure bei Slot.It haben das Problem durch speziell aufeinander abgestimmte
Durchmesser von Ritzel und Zahnrad in Verbindung mit kreativen Zahnformen gelöst.

Durch den verwendeten Motorhalter werden die Getriebekomponenten festgelegt, diese sollten nur
original von Slot.It sein. Ritzel z.B. von anderen Herstellern haben zwar auch 8 Zähne und vielleicht
einen ähnlichen Durchmesser, aber nicht die gleiche spezielle Zahnform. Kariesgefahr!

Bei Inlinern sind die weissen Offsetzahnräder der höherlagigen Hinterachse angepasst,
ebenso wie die farbigen Kronzahnräder an den Standardmotorhalter.

Die Kronzahnräder gibt es mit Messing oder beschichtetem Aluminium. Das Alu ist leichter, also
weniger beschleunigte Masse, dadurch evtl. schneller. Messing ist zwar schwerer, aber dafür
wesentlich langlebiger.

Wer den Erkenntnissen der Slot.It Techniker misstraut und Eigenversuche vorzieht, kann schnell das
Getriebe schrotten und schädigt schlimmstenfalls auch noch den Motor.

Motorhalter

Slot.it Motorhalter gibt es für unterschiedliche Motoren und verschiedene Einbaulagen:

  • Inliner mit langem Motorgehäuse,
  • Inliner mit Motorkopf vorne oder hinten,
  • Sidewinder für Ø18mm Zahnrad,
  • Sidewinder für Ø19mm Zahnrad,
  • Anglewinder usw.

Die Motorhalter sind in der schwarzen Standardversion oder in den grauen Offset-Varianten erhältlich.

Bei der Standardversion liegen die Mitte der Motorwelle und der Hinterachse in einer Ebene, ab 2012 neuer Standard mit 0,5mm Höhendifferenz.

In der Offsetvariante liegt die Hinterachse um 1mm höher als im Standardhalter. Die erhöhte Achslage verlagert den Schwerpunkt mit dem Motor vorteilhaft nach unten. Kleiner Nachteil: bei sehr großen Reifendurchmessern wird es eher eng im Radkasten…

Slot.It führt als weiteren Vorteil an, dass bei Verwendung von Ø17mm Felgen im Offsethalter die Proportionen realistischer wirken.

Halter CH13C (schwarz) ist 0,0mm Offset = Standard für farbige Kronzahnräder

Original ausgeliefert in Gruppe C Fahrzeugen (Slot.it Baujahr 2003 – 2012)
z.B. Jaguar XJR6 / XJR9, Porsche 956 KH / 956C / 962C, auch Ersatz für CH18 z.B. Audi R8C

Halter CH70 (schwarz) ist 0,5mm Offset = für farbige Kronzahnräder, neuer Standard ab 2012

Original ausgeliefert in Gruppe C Fahrzeugen (Slot.it Baujahr 2012 – …)
z.B. Lancia LC/2, Toyota 88C

Halter CH24B (grau) ist 1,0mm Offset = für weisse Kronzahnräder

Original ausgeliefert in GT Fahrzeugen (Slot.it Baujahr 2003 – 2011)
z.B. Nissan R390 GT1, McLaren F1 GTR

Für Inliner-Kronräder (Z 23 – Z30) werden Ritzel (Z8 – Z11) mit Ø 5,5mm verwendet

Standard: farbige GI 23/24/25/26/27/28/29/30 Kronräder als „bz“ Messing oder „al“ Aluminium

Offset: weisse GO 23/24/25/26/27/28/29/30 Kronräder als „bz“ Messing oder „al“ Aluminium

Ritzel: PI 08/09/10/11 Ø 5,5mm Messing   -> slot.it Katalognr.  z.B. PI08  oder GI26bz oder GO26al

Tuning für das Rennen

(von Frank S.)

Um es kurz zu machen: Wer glaubt, ein Slotcar aus der Verpackung (ootb = „out of the box“) zu nehmen und dann gleich einen Wettbewerb mit fahren zu können… Ich sag nur „Zitronenfalter“!

Ich wollte das am Anfang auch nicht glauben und habe wirklich Erfahrungen sammeln müssen.
(Kleine Anmerkung: Der Vorteil bei Slot.It… auch die Erfahrungen haben Spaß gemacht und kosteten kein „Lehrgeld“ im Sinne vieler Euros!)

Deshalb möchte ich hier einmal am Beispiel eines Slot.It-Modells aus der Classic-Serie die sinnvollen Schritte zeigen, damit mit wenig Aufwand aus dem „hübschen“ Auto ein richtiges Biest auf der Piste wird. Für Gruppe-C oder DTM-Fahrzeuge ist das eigentlich übertragbar.

McLaren M8D 1974 Interserie Led Zeppelin (Bestell-Nr.SICA26B)

Bevor es jetzt los geht: Ich übernehme überhaupt keine Garantie für irgendwelche Schäden, Verletzungen und verlorene Rennen, die möglicherweise aufgrund der folgenden Tipps entstehen. Wer diese Tuningtipps nacharbeitet, handelt auf eigenes Risiko.

Bei mir haben diese Tipps jedoch einwandfrei funktioniert!

Und für die Einsteiger: die folgenden Tipps kosten kaum Geld und das Fahrzeug bleibt fast serienmäßig!

Fahrzeug zerlegen

Zunächst wird das ganze Fahrzeug zerlegt. Das ist handwerklich keine große Herausforderung. Zwei Kreuzschlitze lösen und der Deckel ist ab. Aber Vorsicht: verliert die Unterlegscheiben nicht!

Magnet raus, Vorderräder vorsichtig abziehen und mit Achse entfernen (die sind nicht geschraubt), die Böcke unter der Vorderachse entfernen, Hinterräder lösen (Inbus 0,9) und mit Achse entfernen.

 

Wichtiger Hinweis!

Probleme mit Slot.It Madenschrauben

Es gibt immer wieder Ärger mit den kleinen Slot.It Madenschrauben. Hochwertige 0,9 mm Markenschlüssel rutschen selbst bei vorsichtigstem Krafteinsatz in den Madenschrauben durch. Die Slot.It eigenen Innensechskantschlüssel (liegen jedem Modell bei!) haben dieses Problem nicht.

Im Netz gibt es dazu verschiedene Hinweise. Ursache scheint offenbar zu sein, dass weder die Slot.It Schlüssel noch die Slot.It Madenschrauben der international üblichen DIN-Normung entsprechen. Statt der genormten 0,9 mm Größe soll es sich bei beiden eher um 0,93 bis sogar 0,95 mm handeln. Das erklärt, warum nur der Slot.It Innensechskantschlüssel vernünftig in Slot.It Madenschrauben passt.

Also: entweder die Original-Slo.It Innensechskantschlüssel benutzen oder alle Madenschrauben austauschen. Im Internet einfach Gewindestifte DIN 913 M2 x 3 mm suchen und bestellen.

Und weiter geht’s…

 

Schleifer abziehen (bei einigen Modellen sind die Schleifer/Kabel mit Inbusschrauben fixiert!) und den Leitkiel vorsichtig herausziehen.

Den Motor (auch hier: vorsichtig!) heraushebeln und zum Schluss wird der Motorhalter abgeschraubt.

An die Arbeit!

Bodenplatte richten

Wer die leere Bodenplatte jetzt auf eine ebene Unterlage legt (Richtplatte, Glas o.ä.) und dann alle vier Ecken nacheinander leicht antippt, der wird mit Sicherheit feststellen, dass sich mindestens eine gegenüberliegende Ecke anhebt.

Slotcars in diesem Preissegment sind Massenprodukte mit teilwiese irren Fertigungstoleranzen, erfahrenere Slotter können davon Geschichten erzählen!

Wir wollen aber eine absolut plane Bodenplatte. Ein Golf mit einem Hinterrad, das 20cm über dem Boden schwebt… Unvorstellbar!

Dazu besorgen wir uns eine absolut plane und hitzebeständige Metallrichtplatte. Meine habe ich preiswert in der „Bucht“ ersteigert.

Auf dieser platzieren wir die Bodenplatte. Und jetzt kommt der einzige sinnvolle Einsatz von Magneten im Slotracing:

die Bodenplatte wird mit Magneten fixiert. Alle Bereiche der Bodenplatte müssen an die Richtplatte gepresst werden. Sollten die bisher ausgebauten Magnete nicht ausreichen (oder zu schwach sein), dann empfehle ich ein paar Neodym-Magnete. Auch die gibt es preiswert in der „Bucht“.

In der Küche wird der Ofen auf 200 Grad vorgeheizt. Die Richtplatte wird vorsichtig in eine Auflaufform gelegt (ein altes Geschirrhandtuch vermeidet Kratzer) und dann mit kochendem Wasser übergossen. Die Bodenplatte muss völlig abgedeckt sein.

Jetzt in den abgeschalteten (!) Ofen und über Nacht abkühlen lassen!

Motor einlaufen lassen und/oder spülen

Während die Bodenplatte abkühlt, widmen wir uns dem Motor.

Auch dies ist für den Anfänger kaum zu glauben, aber ein neuer Motor bringt in aller Regel noch nicht die volle Leistung. Durch den Fertigungsprozess und/oder die Lagerung sind die Kontakte noch nicht eingeschliffen oder auf der Wicklung befindet sich eine Unmenge von Dreck. Also muss der Motor vor dem ersten Einsatz gewaschen werden.

Wir brauchen dazu einen Plastikbecher, etwas Isopropylalkohol (gibt es preiswert in jeder Apotheke) und eine Blockbatterie. Den Motor komplett in den Alkohol eintauchen, Batterie anklemmen (Laufrichtung beachten!) und 2-3 Minuten laufen lassen.

Wenn ihr unbenutzten Alkohol und einen sauberen Becher benutzt habt, dann wundert euch nicht, was anschließende im Becher schwimmt. Das alles hätte euren Motor gebremst!

Badetag!

Den Motor auch über Nacht trocknen lassen. Die Geduld zahlt sich aus!!

Einschub:

Für den Einsteiger sollte das Thema Slot.It-„Motor“ hier beendet sein! Trotzdem gibt es natürlich noch die absoluten Profis, die ihren Motor über einen längeren Zeitraum erst passiv, dann aktiv einlaufen lassen.

Ich habe mir angewöhnt, den Motor auszubauen und dann in der Laufrichtung rund zwei Stunden passiv bei 6V laufen zu lassen – ohne Anbauteile vom Motor. Unser Rennmotor wird dabei durch einen ausgedienten Motor angetrieben, die Verbindung ist eine einfaches Q-Tip-Röhrchen (einfach die Watteköpfe abschneiden!)

Beide Motoren handfest eingespannt und bei 6V laufen lassen

Dabei ist darauf zu achten, dass die vordere und hintere Motorwelle mit je einem Tropfen Öl zu versehen ist. Nicht mehr, denn sonst kann die Kohle verölen.

Danach kommt bei mir erst das Spülen des Motors! (s.o.).

Das nur als Hinweis. Wer dazu mehr wissen möchte, der sollte sich mal auf den gängigen Seiten umschauen. Es gibt dort Experten, die machen aus der Motorvorbereitung eine echte Wissenschaft!

Blei und Schleifer

Der Rest ist dann relativ einfach. Ich tausche in aller Regel die Schleifer gegen die verzinnten von Slot.It (Bestell-Nr. SP18) aus. Ein Stück verzinntes, feines und weiches Kupfergewebe als Meterware zum selber zuschneiden. Breite ca. 4 mm und Stärke 0,3 mm. Die Schleifer können durch Stauchen auf eine breitere Auflagefläche getrimmt werden. Dadurch, dass man auf die passende Länge abschneiden kann, hat man weniger Verbrauch, als bei vorgefertigten einzelnen Schleifern.

Unter die Hinterachse kommt ein spezielles 2,5g Trimmgewicht von Slot.It (Bestell-Nr. SP23, ca. 4,00 €). Der Clou: es hat die Passform der Slot.It-Magneten und kann in die Aufnahmen hineingedrückt werden.

Diese Schleifer haben nichts mit dem Bund zu tun 😉

Der Rest der Verbleiung ist natürlich abhängig vom Fahrzeug und der persönlichen Fahrweise, für die Testfahrten kann man zunächst Teppichklebeband nutzen, die endgültige Fixierung würde ich jedoch mit Heißkleber oder Sekundenkleber (je nach Position) vornehmen.

Zusammenbau und Endkontrolle

Wenn alles zusammengebaut ist, erfolgt die Endkontrolle: Hat die Hinterachse genügend Spiel?

Ist das Motorlager geölt (von beiden Seiten einen Tropfen „Vodoo“ Powerfluid oder „Blue Wonder“ Öl)?

Wo wir gerade von Voodoo reden: etwa 1-2 Tropfen auf jeden Schleiferkontakt und ein wenig einwirken lassen. Die Leistung des Motors wird durch den verbesserten Kontakt deutlich gesteigert und die Reibung reduziert.

Auf die Hinterachse (an die Lager) ebenfalls einen Tropfen Öl (ich benutze „DoSlot Kugellager Öl„, auch wenn dies keine Kugellager sind!)

Vorderachse mit den Böcken ggf. justieren, sie sollten minimales Spiel nach oben haben und beim Aufpressen der Räder ebenfalls etwas Spiel nach links und rechts.

Wer findet den Unterschied?

Ich öle die Vorderachse über den Auflagen der Böcke übrigens mit (nicht lachen!) „echtem“ 15W40-Motoröl. Ein Tropfen rechts und ein Tropfen links. Den Tipp habe ich von einem erfahrenen Slotter bekommen und über drei Rennserien rockte mein Slot.It Ford GT40 die Bahn. Ob es nur daran lag? Geschadet hat jedenfalls nicht!

Last not least

Wenn die Regeln es zulassen, dann kann der Austausch der Vorderreifen gegen O-Ringe noch ein paar Zehntel bringen.

Auch der Austausch des Motors verändert die Fahreigenschaften dramatisch. Beachtet dabei jedoch das SlotIt-Reglement (29 Downloads) , wenn ihr im Club an den Start geht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und wenn es erlaubt ist, dann spielt doch mal etwas mit der Übersetzung. Der Wechsel des Zahnrades oder des Motorritzels(!) kann die Charakteristik eures Boliden dramatisch verändern!

Dabei gilt:
Großes Zahnrad (+Beschleunigung +Bremse)= Kurs mit vielen (und engen) Kurven und kurzen Geraden
Kleines Zahnrad (+Endgeschwindigkeit -Bremse) = Kurs mit vielen (und langen) Geraden und größeren Kurvenradien.

Nicht zu vergessen in diesem Zusammenspiel ist natürlich die Größe/Breite der Antriebsräder. Es gibt ein paar Modelle von Slot.It, die schon aufgrund ihrer Hinterräder einen kleinen Vorteil haben können. Wir habe euch hier eine Zusammenstellung der Felgenzuordnung-SlotIt (4 Downloads) zum Download eingehängt! Die Daten sind von 2012, die Modelle gibt es in modifizierter Form immer noch und die Felgen sind identisch… in den meisten Fällen!

 

Ready to rumble!

Und jetzt ab auf die Bahn!!

 

Hinweis:

Bevor wir uns Ärger mit Urheberrechten und/oder Abmahnungen einhandeln, haben wir auf die Veröffentlichung von Original-Photos verzichtet und stattdessen hier einen Link auf den aktuellen Slot.It-Katalog (PDF-Format) gelegt. Viel Spaß beim Stöbern und vergleichen!