Clubbahn-Technik

Letzte Aktualisierung:

Was ist eigentlich eine „Holzbahn“ oder „Clubbahn“ ?

Verschiedene Clubs / Vereine / Renncenter haben eine oder mehrere Rennbahnen, meist 4-6 spurig, teils 30 Meter oder mehr Fahrspaß pro Spur. Material ist MDF (Mittel Dichte Faserplatte) wie sie auch im Möbelbau verwendet wird. In die Bahnteile ist eine T-förmige Nut gefräst, die als Führung für die Leitkiele dient [der „Schlitz“, englisch = „Slot“].

Nach dem Lackieren wird neben der Nut beidseitig Litze eingeklebt (z.B. mit Pattex), die Litzenenden werden bis zur Plattenunterkante geführt und dort mit dem nächsten Bahnteil verdrahtet. Dadurch entsteht eine viel bessere Strom- und Spannungsversorgung als bei Stecksystemen wie Carrera, NINCO u.a..

Exaktes Arbeiten garantiert den Fahrspaß!

Das Litzenmaterial besteht meist aus feinstdrähtigem verzinnten Kupfer, ist somit leitfähiger als Edelstähle bei Kunststoffschienen, dabei aber auch unmagnetisch. Einige Clubbahnen verwenden Kupferlitze mit zusätzlichem Eisenanteil, so können auch Magnete in Fahrzeugen unterstützt werden.
Der elektrische Widerstand ist sehr wichtig, die über 30 Meter lange Holzbahn im Renncenter Segeberg hat einen Gesamtwiderstand von weniger als 2 Ohm.

Die Kupferlitze auf einer Holzbahn

Die auch dort aufgebaute Carrera Exclusiv / Evolution (ebenfalls 6 Spuren, 32 Meter) erreicht diesen Wert bereits nach ca. 2 Metern und hat deshalb auch 11 zusätzliche Stromeinspeisungen. Für eine bessere Stromversorgung, die sich beim Beschleunigen und Bremsen extrem bemerkbar macht, kommen keine ’normalen‘ Trafos, sondern spezielle stabilisierte Labornetzteile mit mindestens 3 Ampère Leistung pro Spur zum Einsatz.

High Voltage

Die ‚Planheit‘ solcher Rennstrecken ist ebenfalls ein wichtiges Merkmal. Eine 6-spurige Gerade kann als ein Bauteil 2 Meter oder länger sein, ohne Fugen und absolut eben, desgleichen auch eine komplette 180° Kurve. Das ermöglicht mit entsprechenden Fahrzeugen höhere Geschwindigkeiten. Zum Vergleich: eine 180° Kurve unserer Carrerabahn besteht – je nach Radius – aus 30 oder 42 Schienenteilen.

Im Start / Ziel sind Lichtschranken installiert, die ihre Signale über zusätzliche Hardware an einen Computer übermitteln. Mit einem Rennprogramm lassen sich nicht nur die Platzierungen ermitteln, sondern auch die Topzeiten oder auch Zeitstrafen bei Frühstarts festlegen.

Macht nun solch eine ‚Hightech-Rennstrecke‘ mehr Spaß als eine gut funktionierende Carrerabahn?

Nicht unbedingt… aber man kann viel schneller fahren… wenn das Fahrzeug perfekt ist und das fahrerische Können reicht…

Wenn eine Carrerabahn mit der beschriebenen Technik ausgestattet ist, wird sie oft auch als Clubbahn bezeichnet. Eine Heimbahn ist häufig eine aus gekaufter Grundpackung und Ergänzungssets bestehende Bahn ‚zu Hause‘.